IFR mit der C172 nach Straßburg (LFST)

Endlich haben wir es einmal zu einem gemeinsamen Flug unter Hahnweide Piloten geschafft. Zusammen mit Patrick geht es heute mit der Cessna 172 nach Straßburg ins Elsass. Patrick mit seinen über 400 Stunden im Logbuch und Competency Based Instrument Rating (CB-IR) übernimmt dabei den Hinweg als Pilot in Command (PIC), während ich am Nachmittag den Rückflug übernehme.

Wie üblich bin ich früh am Flugplatz, checke und betanke schon einmal unsere Maschine, die schöne D-EAKS mit der modernen Garmin G1000 Avionik an Bord. Gerade als ich fertig bin, kommt Patrick am Flugplatz an. Wir besprechen kurz die Strecke, die Patrick nach Instrumentenflugregeln durchführen wird, und hüpfen in den Flieger.

Gemeinsam füttern wir das G1000 mit dem Flugplan und machen alles startklar. Ein Flugzeug mit zwei Piloten zu fliegen ist schon recht komfortabel, daran kann man sich definitiv gewöhnen. Über die Piste 31L verlassen wir die Hahnweide. Kaum außerhalb der Platzrunde nimmt Patrick Kontakt zu Langen Radar auf und führt den IFR Pickup durch.

Wir erhalten den Vektor 240° und sollen auf Flugfläche (FL) 80 steigen. Für einen Sichtflieger wie mich durchaus eine spannende Sache, denn nach nur wenigen Minuten steigen wir bereits in die Wolken, die Staurohrheizung zur Sicherheit eingeschaltet.

Noch einige Minuten später blinzelt schließlich die Sonne von oben durch die Wolkensuppe, dann durchstoßen wir endlich die Wolkendecke und fliegen im schönsten Sonnenschein. Ein schöner Moment und einfach ein toller Anblick.

Wir genießen noch ein wenig den Ausblick, dann bereitet Patrick bereits den IFR-Anflug auf Straßburg vor. Wir wechseln von Langen Radar zu Straßburg Approach, erhalten neue Vektoren in Richtung Instrumentenlandesystem und sinken auf FL 65

Einige Minuten fliegen wir durch die dichte Wolkensuppe, bis wir schließlich auf 3.500 ft sinken und mit dem Intercept des ILS-Signals auf Piste 23 beginnen dürfen. Kurz vor dem Rhein und Straßburg schon deutlich vor uns sichtbar, verlassen wir endlich die Wolkensuppe und setzen unseren Anflug bei leichten Sprühregen fort.

Linker hand zieht das Straßburger Münster unter uns vorbei. Dann sind wir endlich “fully established” auf dem Landekurssender, d.h. Localizer und Glideslope sind für den ILS-Anflug aktiv. Wir wechseln zu Straßburg Tower und erhalten die Aufforderung, zu melden, sobald wir im 5NM Endteil sind.

Mit 120 kts geht es der Runway entgegen, unter der Wolkendecke schimmert indes die Sonne hindurch und taucht die Vogesen, die noch im dichten Nebel hinter dem Flugplatz liegen, in ein bizarres Licht.

Patrick ist ein ausgezeichneter Pilot, mit ruhiger Hand fliegt er die Cessna präzise den Gleitpfad hinab. Als wir die Landefreigabe erhalten, setzen wir zu einem hohen Anflug und einer langen Landung an, denn der Rollweg G querab zur General Aviation Parking ist im letzten Drittel der Runway.

Mit Klappen auf 10° und höherer Fahrt als gewohnt, den schließlich wollen wir die wartenden Airliner nicht zu sehr quälen, setzt Patrick die DEAKS schließlich gekonnt auf die Piste und rollt direkt via Rollweg G zu unserer Parkposition. Wir dürfen unsere Frequenz verlassen und ziehen den Gemischregler. Der Propeller steht. Wir sind da! Ein wahrlich schöner und interessanter Trip, mein erster IFR-Flug im Cockpit.

Zu Fuß machen wir uns auf den Weg zum Terminal, um noch eine Kleinigkeit zu essen, bevor ich dann die Ehre habe, den Rückflug zu übernehmen.