Ziellandeübungen Solo

“Mach in Ruhe die Maschine fertig, kannst heute gleich alleine fliegen”, begrüßt mich mein Fluglehrer, als ich heute zum Flugplatz komme. Das Wetter ist wieder herrlich. Genau wie beim letzen Mal soll es wieder auf 3.200 ft für Ziellandeübungen gehen. Das ist zwar noch nicht wirklich hoch, trotzdem ist der Ausblick bereits atemberaubend.

Auch deshalb beschließe ich, meine GoPro heute seitlich in der Glashaube anzubringen, um einen Blick über die linke Flügelspitze zu gewähren. Und dann geht es auch schon los. Ehe ich mich versehe, befinde ich mich schon wieder im Steigflug Richtung Hohenneuffen. Ich kurve zurück Richtung Kirchheim.

Im Reiseflug schüttelt die Aquila mit 110 KT durch die Thermik. In 3.500 ft beginnt der Luftraum D des Stuttgarter Flughafens. Es ist heute selbst auf 3.200 ft schon höchste Aufmerksamkeit geboten. Schon eine kurze Zeit ohne den Blick auf den Höhenmesser und man ist bei diesem Wetter auf 3.400 ft gestiegen. Eine Luftraumverletzung habe ich heute nicht vor zu begehen.

Mit mir sind noch einige andere Flugzeuge in der Platzrunde. Eine Cessna 172 übt genau wie ich Ziellandeübungen. Mehr als einmal fragen wir gegenseitig unsere Position ab, um uns nicht in die Quere zu kommen.

Ganz so gut wie gestern klappen meine Ziellandungen heute nicht. Mein Fluglehrer mahnt über Funk, den Seitengleitflug doch bitte IN den Wind zu machen und nicht anders herum. Ups. Mist, dann habe ich auch noch vergessen die Vergaservorwärmung vor der Landung wieder wegzudrücken.

Nach einer Weile wechselt dann auch noch die im Betrieb befindliche Piste 31 auf die Piste 13. Das bedeutet, dass ab sofort Rechtsplatzrunden zu fliegen sind. Wie schön, dass ich das bislang noch nicht gemach habe. Die Turbulenzen werden zunehmend nervtötender. Mein T-Shirt ist gefühlt bereits zwei mal durchgeschwitzt, als ich beschließe es für heute gut sein zu lassen.

Die Lektion meiner Flugstunde heute lag weniger in der Ziellandeübung als viel mehr darin, Respekt vor dem Wetter und sich schnell ändernden Gegebenheiten zu haben. Aber auch das gehört zum Fliegen dazu – und das ist auch gut so.

SPIC 9h 51m
PICUS 2h 20m
von 45h