Herbstlicher Flug über den Wolken

Eigentlich hätte ich heute in Augsburg (EDMA) sein wollen, doch das Wetter ist trüb und die Wolken hängen so tief, dass an einen Flug über die Schwäbische Alb nicht zu denken ist. Spontan entscheide ich mich dazu, nach Donaueschingen (EDTD) zu fliegen und vergesse auf dem Hinflug prompt, meine Kameras einzuschalten.

Mein letzter Flug liegt schon wieder 3 Wochen zurück. Auch heute bin ich wieder mit der Cessna 172SP unterwegs. Ich habe mir vorgenommen, etwas mehr Routine auf diesem Muster zu erlangen. Mit einer Hauptwolkenuntergrenze zwischen 4.000 und 4.500ft und dem vertikalen Mindestabstand von 1.000ft in zwei ECHO-Lufträumen bin ich relativ niedrig unterwegs. Es ist jedoch nicht weiter schlimm, dass der Hinflug unspektakulär verläuft.

Ich habe so Gelegenheit, mich nochmals in Ruhe mit dem Autopiloten vertraut zu machen und neue Features zu entdecken, etwa das erst kürzlich installierte ADS-B, das mir sämtlichen Flugverkehr in meiner Umgebung komfortabel auf dem MFD des Garmin G1000 anzeigt.

Schon geht es in die Platzrunde, der Türmer ist nett, der Funk entspannt. Die Nase weit nach oben, setzt die Cessna butterweich auf der Piste 18 auf. Rasch geparkt, entrichte ich meine Landegebühr beim Türmer und schaue etwas betrübt in den tristen Wolkenhimmel.

Nach einem leckeren Mittagessen im Flugplatzhotel, das mich ein wenig versöhnlich stimmt, mache mich bereit für den Rückflug zur Hahnweide (EDST). Noch sehen die Wolken nicht wirklich besser aus. Über Piste 18 verlasse ich den Platz und folge der engen Platzrunde bis zum westlichen Ausflugpunkt. Von dort aus setze ich Kurs Richtung Sulz VOR.

Doch schon über Villingen-Schwenningen ist eine größere Wolkenlücke zu erkennen. Die Sonne strahlt freundlich hindurch und lädt mich zu einem spontanen Steigflug in das satte Blau des Himmels ein.

Langsam schraube ich mich durch die Wolkenlücke immer weiter nach oben. Auf Flugfläche 95, knapp unterhalb des Luftraums CHARLIE bekomme ich schließlich das zu sehen, was ich für heute eigentlich schon abgeschrieben hatte. Einen spektakulären Ausblick auf den stahlblauen Sonnenhimmel über einer geschlossene Wolkendecke. Eine ganze Weile lasse ich mich so treiben und sauge diesen Anblick förmlich auf.

Die Tanks noch fast ganz voll und ich hätte so noch über 4 Stunden so weiterfliegen können, doch schließlich siegt die Vernunft und ich beginne den Sinkflug durch die Wolkenlücke, zurück auf 4.000ft AMSL.

Den Rückflug nutze ich dazu, einen vollständigen Flugplan im Garmin G1000 einzugeben und den Autopiloten so weiter auszuprobieren. Für längere Reisestrecken oder spätestens für die IFR-Fliegerei eine feine Sache.

Über Nürtingen deaktiviere ich den Autopiloten schließlich, drehe in die Platzrunde der Hahnweide ein und lande genau so unspektakulär und ruhig wie zuvor in Donaueschingen. Mein Gefühl für die Cessna 172 ist schon deutlich besser geworden. Demnächst wird es einmal Zeit für einen ersten richtigen Reiseflug.