Bell 47 – Mit dem Chopper über Oshokosh

Das Oshkosh Airventure selbst ist wahrlich bereits eine sehr beeindruckende Veranstaltung. Dieses Mega-Event von einem Helikopter aus einmal von oben zu betrachten, macht diese Reise vollends zu einem unvergesslichen Erlebnis. Besonders wenn man dabei die Gelegenheit hat, in einer Bell 47 mitzufliegen, einer dieser unverwüstlichen Maschinen, die jeder schon einmal gesehen hat.

Ein kurzer Cappuccino und ein Cinemon Swirl bei Starbucks müssen genügen, als wir uns in Greenbay, Wisconsin auf die einstündigen Fahrt nach Oshkosh machen. Das Gelände und die Wege vom gestrigen Tage noch einigermaßen im Kopf, machen wir uns nach unserer Ankunft schnurstracks auf den Weg zum “Pioneer Airport”, jenem Teil des Wittman Regional (KOSH), der direkt gegenüber dem EAA Museum liegt und voll von Originalen und Replika der amerikanischen Luftfahrtgeschichte ist.

Außer uns wollen heute noch mehr Leute die Bell 47 fliegen. Trotz 5 Maschinen, die ununterbrochen im Einsatz sind, warten wir rund eineinhalb Stunden, bis wir an der Reihe sind. Die Szenerie hat ein bisschen was aus einem Film über den Vietnam-Krieg. Diese Invasion Helikoptern, die ohne unterlass starten und landen, um wieder neue Passagiere aufzunehmen, die unablässig sonoren Geräusche der Rotorblätter, die dem Helikopter in den USA den Spitznamen “Chopper” einbrachten, man fühlt sich wie im Rausch.

Dann endlich geht es los. Geduckt laufen wir auf unseren Hubschrauber zu, die langen Rotorblätter schlagen uns die Luft um die Ohren. Flap, flap, flap… Wir steigen in das offene Cockpit und legen einen lockeren Bauchgurt um die Hüften. Und dann geht es bereits los. Unser Pilot hovert seine Bell am Goodyear Blim vorbei und wir drehen eine komplette Runde über das Oshkosh Festival-Gelände. Der Helikopter ist seitlich offen, so dass ich ohne Hindernis nach draussen fotografieren kann. Das Grinsen ist nicht mehr aus dem Gesicht zu bekommen.

Von oben bietet sich ein völlig neuer Blick auf das Spektakel von Oshkosh. Man kann zum ersten Mal die Dimensionen dieser Veranstaltung wahrnehmen. Die vielen Autos der Besucher. Die zahllosen Flugzeuge, die zur Airshow angereist sind. Weit über 10.000. Die Besucher wimmeln wie Ameisen über das schier endlose Gelände.

Viel zu schnell müssen wir zum Hangar zurückkehren, so viele Menschen möchten diese Erfahrung heute noch  mit uns teilen. Als wir gelandet sind müssen wir das Erlebnis erst einmal verdauen. Bei einem gepflegten Burger und reichlich kalten Getränken senken wir unseren Adrenalin-Spiegel wieder auf ein normales Niveau. Welch ein Erlebnis!